Neues in der Kategorie DNS

Da staunt man als Webseiten-Betreiber, bzw. als Domaininhaber nicht schlecht, wenn einem dieser Abzockebrief entgegen flattert. Die Firma "Websuche Search Technology GmbH & Co. KG" bietet über Ihre Domain .co.de eine Subdomain-Registrierung anderer Domains an. Dabei lautet der Betreff "Rechtliche Klärung" und es wird erläutert, dass man um juristische Probleme zu vermeiden, doch auch bei Ihnen eine Domain registrieren soll, die dann z.B. unter "undertec.co.de" erreichbar wäre. Argumentativ ist der Brief interessant aufgemacht, da er im oberen Abschnitt auf den co.uk-Gebrauch in England verweist und weiter unten auf Markenrechte eingeht.

Co.de1.jpg

Vorderseite

Co.de2.jpg

Rückseite

99,- Euro soll man also bezahlen, um juristische Probleme zu vermeiden. Gleichzeitig soll man bei einem "Nein" den Brief auch noch mit Begründung zurückschicken, was für co.de sehr praktisch ist, da sie so juristische Schwierigkeiten ihrerseits bei der Vergabe dieser Adresse in Zukunft vermeiden könnten.

Dass diese Geschichte die Blogosphäre stark beschäftigt und undertec.de nicht die einzige Domain ist, die einen solchen Brief bekommen hat, sieht man an folgenden Artikeln im Netz:

http://www.basicthinking.de/blog/2009/12/12/co-de-99-euro-fuer-eine-billige-subdomain-gefaellig/
http://blogwache.de/2009/12/13/co-de-subdomain-fuer-99-euro/
http://blog.websenat.de/neue-abzocke-subdomain-fuer-99-euro-pro-jahr-von-co-de-update/
http://blog.marmalade.de/2009/12/marmalade-co-de-subdomain-fur-99-euro/
http://www.der-softwareentwickler-blog.de/2009/12/12/co-de-subdomains-fuer-99-euro-post-zur-rechtlichen-klaerung-lag-im-briefkasten/
http://www.marill.de/togoblog/2009/12/14/die-grose-code-subdomain-abzocke/
http://www.marill.de/togoblog/2009/12/14/die-grose-code-subdomain-abzocke/trackback/
http://parkrocker.com/websuche-search-technology-aus-osnabrueck-und-die-co-de-domains/
http://blog.websenat.de/neue-abzocke-subdomain-fuer-99-euro-pro-jahr-von-co-de-update/

Generell gilt, auf solche Abzockbriefe einfach nicht reagieren und bei weiteren dubiosen Aufforderungen Anwalt einschalten.

Woher diese Firma die Privatadressen und Firmenadressen bekommen hat, ist noch unklar. Sollten sie sich diese über die DENIC besorgt haben, so könnte dies für "Websuche Search Technology GmbH & Co. KG" noch ein juristische Nachspiel haben, da dies laut den Nutzungsbedingungen der DENIC nicht gestattet ist.

Ab dem 23.10.2009 9:00 Uhr morgens nimmt die DENIC Anträge auf ein- und zweistellige Domainnamen entgegen. Dabei gilt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Laut Heise setzt die DENIC damit ein Gerichtsurteil um, welches wiederum auf eine Klage von VW zurückzuführen ist.

Wahrscheinlich werden die ganzen Domains aber sehr schnell weg sein, da es sicherlich einige Spekulanten gibt, die sich ins Blaue hinein ein paar Domains registrieren, um sie nachher wieder teuer zu versteigern. Wer also eine der superkurzen Domains haben will, der sollte sich am Freitag sputen.

Artikel bei Heise.de:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/xy-de-Ein-und-zweistellige-de-Domains-freigegeben-831464.html

Artikel bei Golem.de:
http://www.golem.de/0910/70513.html

Wer auf der Suche nach einer kurzen Domain ist, der kann entweder die Adresse von Hand testen oder aber die Seite http://www.kurze-domains.de/ besuchen

Dort kann man einfach nach kurzen 3-stelligen oder 4-stelligen Domains die noch frei sind suchen. Suchen kann man dabei unterhalb folgender Top-Level-Domains: com, de, info, net, org, name, ch, at und eu. Wer mag kann sich aber natürlich auch eine Liste mit allen möglichen beziehungsweise freien Domainnamen anzeigen lassen.

Nach der Installation des neuen Debian Etch wird man feststellen, dass ein kleines hilfreiches Tool fehlt: nslookup.

Wer dies nachinstallieren möchte, kann dies mit folgendem Befehl tun:

apt-get install dnsutils

Wenn man wie viele Menschen auf diesem Planeten nicht glücklicher Besitzer einer eigenen IP-Adresse ist, so kann man trotzdem ständig erreichbar bleiben, in dem man dynamisches DNS verwendet. Unter Linux bietet sich hierfür das Tool ddclient an. Unter Debian kann man dieses wie folgt installieren:

apt-get install ddclient

Danach wird man durch die Installationsmenüs geleitet. Zuerst kann man sich einen Provider, bei dem man eine DynDNS-Adresse registriert hat, aussuchen (hier im Beispiel http://www.dyndns.org). Danach muss man seinen Domain-Namen angeben. Weiterhin folgt eine Abfrage des Login-Namens und des zugehörigen Passworts. Die Interface-Angabe lässt man am Besten erst mal leer und fügt sie hinterher in der Konfigurationsdatei ein. Zum Schluss kann man sich entscheiden ob man seinen "ddclient" im Daemon-Mode laufen lassen möchte (quasi Autostart).

Zu guter letzt, sollte die Konfigurationsdatei so abgeändert werden, dass unser ddclient sich über das Web updatet. Das bedeutet der ddclient sendet eine Anfrage an den DynDNS-Provider und übermittelt so die aktuelle IP. Mit diesen ganzen Auswahlen sollte die Konfigurationsdatei so aussehen wie in untenstehendem Beispiel:

# Configuration file for ddclient generated by debconf
#
# /etc/ddclient.conf

pid=/var/run/ddclient.pid
protocol=dyndns2
use=web
server=members.dyndns.org
login=**LOGINDATEN**
password=**PASSWORT**
**ADRESSE**.dyndns.org

 

PS: Wer mehrere DynDNS-Adressen gleichzeitig updaten will, sollte sich diesen Artikel einmal durchlesen: http://www.undertec.de/blog/2007/08/dynamisches-dns-ddclient-mit-m.html

Wie kan man mit "ddclient" mehrere Domains betreiben? Ganz einfach wie in der untenstehenden Beispiel-Konfigurationsdatei zu sehen ist. Die Datei wurde so angepasst, dass zwei verschiedene Accounts bzw. DynDNS-Adressen bei http://www.dyndns.com/ betrieben werden können.

Dazu gibt man das Protokoll und den DynDNS-Mitgliedsserver global an und gibt dann die Login-Daten für die verschiedenen Accounts an. Vorsicht ist aber bei den trennenden Kommata geboten, denn wenn diese falsch gesetzt werden, kann es zu Problemen des ddclients oder bei DynDNS.com kommen, so dass nicht alle Domains sauber aktualisiert werden.

Rein theoretisch kann man ddclient auch so einrichten, dass man mehrere verschiedene DynDNS-Dienste mit mehreren Accounts gleichzeitig updaten kann. Leider ist die Anleitung auf http://ddclient.wiki.sourceforge.net/ nicht so ausführlich (und auch nicht auf Deutsch), als dass man daraus 100%ig schlau werden könnte, wie man mehrere Hosts gleichzeitig ohne Fehler des ddclients betreiben kann.

# Configuration file for ddclient generated by debconf
#
# /etc/ddclient.conf

pid=/var/run/ddclient.pid
protocol=dyndns2
use=web
server=members.dyndns.org


login=USER_1, password=PASSWORT_1 BEISPIELADRESSE_1.dyndns.org
login=USER_2, password=PASSWORT_2 BEISPIELADRESSE_2.dyndns.org

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